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Sichere Batterierücknahme beginnt beim richtigen Behälterkonzept

Sichere Batterierücknahme beginnt beim richtigen Behälterkonzept

Warum bei der Batterierücknahme nicht nur der Behälter selbst, sondern die gesamte Prozesskette betrachtet werden sollte

Lithium-Ionen-Batterien und batteriebetriebene Geräte gehören längst zum Alltag des Einzelhandels. Smartphones, E-Zigaretten, Powerbanks und zahlreiche weitere Kleingeräte werden verkauft – und gelangen am Ende ihrer Nutzungsdauer teilweise wieder über den Handel zurück in die Entsorgungs- und Verwertungskette. Mit der Rücknahme allein ist die Aufgabe jedoch nicht erledigt.

Die zurückgegebenen Batterien und Geräte müssen gesammelt, innerhalb des Marktes gehandhabt, gegebenenfalls zwischengelagert, zur Abholung bereitgestellt und schließlich der weiteren Transport- und Verwertungskette übergeben werden. Damit rückt eine zunächst einfach erscheinende Frage in den Mittelpunkt:
In welchem Behälter werden die zurückgegebenen Batterien eigentlich gesammelt?

Die Antwort darauf sollte nicht isoliert betrachtet werden. Denn ein geeignetes Behälterkonzept muss nicht nur zur Batterie passen, sondern auch zu den betrieblichen Abläufen, den vorhandenen Flächen, der Abhollogistik und den Anforderungen der nachfolgenden Transport- und Verwertungskette.

Es gibt nicht den einen richtigen Sammelbehälter

Für die Sammlung von Altbatterien und batteriebetriebenen Geräten existieren unterschiedliche Behälter- und Verpackungskonzepte. Welche Lösung geeignet ist, hängt wesentlich vom jeweiligen Anwendungsfall ab.

Dabei können unter anderem folgende Fragen eine Rolle spielen:

  • Welche Batterie- und Gerätetypen werden zurückgenommen?
  • Welche Mengen fallen typischerweise an?
  • In welchem Zustand befinden sich die Batterien?
  • Wo innerhalb des Marktes erfolgt die Sammlung?
  • Wie lange verbleiben die Rückgaben dort?
  • Wie erfolgt die innerbetriebliche Handhabung?
  • In welchen Intervallen werden die Behälter abgeholt?
  • Und welche Anforderungen ergeben sich für den anschließenden Transport?

Ein kleines Rücknahmesystem für eine begrenzte Anzahl bestimmter Batterien kann deshalb andere Anforderungen haben als eine stark frequentierte Rücknahmestelle eines großen Handelsunternehmens.

Entscheidend ist nicht, einen bestimmten Behältertyp pauschal als beste Lösung zu betrachten. Entscheidend ist, dass Behälter und Prozess zusammenpassen.

Der Behälter ist Teil einer längeren Prozesskette

Eine zurückgegebene Batterie durchläuft möglicherweise mehrere Stationen, bevor sie schließlich verwertet wird.

Rückgabe → Sammlung → Zwischenlagerung → Bereitstellung → Abholung → Transport → Verwertung

Jeder dieser Schritte stellt eigene Anforderungen.

Für den Einzelhandel ist deshalb interessant, wie viele dieser Prozessschritte sich mit einem möglichst durchgängigen Behälterkonzept abbilden lassen. Muss der Inhalt beispielsweise nach der Sammlung innerhalb der Filiale in einen anderen Behälter umgefüllt werden, entsteht ein zusätzlicher Handhabungsschritt. Muss vor der Abholung erneut umgepackt werden, kommt ein weiterer hinzu.

Solche Prozesse können betrieblich durchaus vorgesehen und sinnvoll organisiert sein. Gleichzeitig lohnt es sich, bei der Planung zu prüfen, ob einzelne Handhabungs- und Umladevorgänge vermieden werden können. Denn ein einfaches Prinzip gilt unabhängig vom eingesetzten System:

Je klarer und durchgängiger der Prozess gestaltet ist, desto einfacher lässt er sich im täglichen Filialbetrieb umsetzen.

Ein gutes Behälterkonzept muss auch im Alltag funktionieren

Bei der Auswahl eines Sammel- oder Gefahrgutbehälters stehen häufig zunächst technische und regulatorische Eigenschaften im Vordergrund. Für den täglichen Betrieb sind jedoch weitere Faktoren relevant.

Ein Behälter wird von Mitarbeitern geöffnet, geschlossen, bewegt und kontrolliert. Er benötigt Stellfläche und muss gegebenenfalls in einem Zwischenlager untergebracht werden. Leere Behälter müssen angeliefert und bevorratet werden. Gefüllte Einheiten müssen für die Abholung bereitgestellt werden.

Gerade bei Handelsunternehmen mit vielen Standorten können vermeintlich kleine Unterschiede beim Handling erhebliche Auswirkungen haben.

Dazu gehören beispielsweise:

  • einfache und möglichst intuitive Bedienung,
  • robuste Ausführung für wiederkehrende Nutzung,
  • sinnvolle Abmessungen für vorhandene Lager- und Logistikstrukturen,
  • platzsparende Bevorratung leerer Behälter,
  • Stapelbarkeit,
  • eindeutige Kennzeichnung,
  • sichere Verschlussmöglichkeiten,
  • sowie die Einbindung in bestehende Abhol- und Transportprozesse.

Damit wird deutlich:
Ein Behälterkonzept ist nicht ausschließlich eine Frage des Brandschutzes oder Gefahrgutrechts. Es ist gleichzeitig eine logistische und organisatorische Entscheidung.

Auch der Zustand der Batterie spielt eine Rolle

Eine weitere wichtige Frage betrifft den Zustand der zurückgegebenen Batterien. Eine augenscheinlich unbeschädigte Altbatterie ist nicht automatisch mit einer sichtbar beschädigten, aufgeblähten, deformierten oder anderweitig auffälligen Batterie gleichzusetzen. Entsprechend können sich auch unterschiedliche Anforderungen an Sammlung, Verpackung, Zwischenlagerung und Transport ergeben.

Ein professionelles Rücknahmekonzept sollte deshalb definieren, welche Rückgaben über den regulären Sammelprozess aufgenommen werden und wie mit auffälligen oder beschädigten Batterien umzugehen ist. Mitarbeiter benötigen hierfür möglichst klare Vorgaben.

Denn die technische Ausstattung einer Rücknahmestelle kann nur dann sinnvoll funktionieren, wenn auch organisatorisch festgelegt ist, welche Batterie in welchen Prozess gehört.

Vom Sammelbehälter zur transportfähigen Lösung

Besonders interessant sind für viele Anwendungen Systeme, bei denen Sammlung, Zwischenlagerung und anschließende Logistik möglichst eng miteinander verbunden werden können. Hier kommen unter anderem geprüfte Gefahrgutverpackungen ins Spiel.

Sie können – abhängig von ihrer jeweiligen Zulassung und dem konkreten Anwendungsfall – die Möglichkeit bieten, Batterien nicht nur innerhalb eines Betriebes zu sammeln, sondern den Behälter anschließend auch in die weitere Transportkette zu überführen. Damit verändert sich die Rolle des Behälters.

Er ist nicht mehr ausschließlich Sammelstelle, sondern kann zu einem Bestandteil der gesamten Rückführungslogistik werden. Für Unternehmen mit regelmäßigem Rücknahmeaufkommen kann dies Prozesse vereinfachen und dazu beitragen, zusätzliche Umladevorgänge zu reduzieren.

Praxisbeispiel: der SECON KMB

Ein Beispiel für ein solches Konzept ist der SECON KMB-DH627 GGV, der für den Transport und die kontrollierte Zwischenlagerung von Lithium-Ionen-Batterien entwickelt wurde.

Der Behälter besteht aus Polypropylen und besitzt eine flammhemmende Innenauskleidung aus hochtemperaturbeständiger Glasfaser. Mit Abmessungen von 600 × 400 × 307 mm orientiert sich das System an einem in der Logistik weit verbreiteten Grundmaß.

Der SECON KMB verfügt über eine Gefahrgutzulassung und ist gemäß ADR für unterschiedliche Anwendungsbereiche nach P903, P908, P909 und P910 ausgelegt. Dadurch können – unter Beachtung der jeweiligen Anforderungen – unterschiedliche Batteriezustände und Anwendungsfälle innerhalb eines Behältersystems berücksichtigt werden.

Gerade für Rücknahme- und Recyclingprozesse ist außerdem relevant, dass der Behälter nicht ausschließlich als stationäre Sammellösung konzipiert wurde, sondern auch in die anschließende Gefahrgutlogistik eingebunden werden kann.

Damit kann ein Prozess entstehen, bei dem die Batterie möglichst früh einem definierten Behältersystem zugeordnet wird und zusätzliche Umladevorgänge im weiteren Verlauf reduziert werden können.

Wenn Logistik zum Teil des Sicherheitskonzeptes wird

Beim SECON KMB wurde deshalb nicht nur die Aufnahme von Lithium-Ionen-Batterien betrachtet. Der zweiteilige Deckel wird zusätzlich über ein Spannband gesichert. Unterfassgriffe unterstützen die Handhabung.

Eine für größere Rücknahmesysteme besonders interessante Eigenschaft zeigt sich jedoch im Leerzustand:
Die Behälter sind nestbar und können ineinandergestapelt werden.
Dadurch lässt sich der Platzbedarf bei der Lagerung leerer Behälter um bis zu 70 Prozent reduzieren.

Was zunächst wie ein logistisches Detail erscheint, kann bei einer einzelnen Filiale noch eine untergeordnete Rolle spielen. Bei mehreren hundert oder sogar mehreren tausend Standorten verändert sich die Betrachtung jedoch erheblich.

Denn dann müssen nicht nur gefüllte Behälter abgeholt werden. Gleichzeitig müssen leere Behälter bevorratet, verteilt, transportiert und an den jeweiligen Standorten gelagert werden. Ein funktionierendes Rücknahmekonzept sollte deshalb immer beide Richtungen betrachten:
Wie gelangen leere Behälter zur Filiale – und wie gelangen gefüllte Behälter wieder aus ihr heraus?

Brandschutz ist ein Baustein – nicht das gesamte Konzept

Wie bereits im vorherigen Fachbeitrag dieser Reihe betrachtet, sollte bei der Batterierücknahme auch ein mögliches thermisches Ereignis berücksichtigt werden.

Die flammhemmende Innenauskleidung des SECON KMB stellt hierfür einen zusätzlichen konstruktiven Baustein dar. Sie besteht aus einem hochtemperaturbeständigen Glasfasermaterial und ergänzt die eigentliche Behälterkonstruktion.

Dabei ist eine klare Einordnung wichtig:
Ein Sammel- oder Gefahrgutbehälter ersetzt kein übergeordnetes Brandschutz- und Sicherheitskonzept.

Standortwahl, Abstände zu brennbaren Materialien, organisatorische Abläufe, regelmäßige Kontrollen, definierte Abholintervalle sowie klare Vorgaben für auffällige oder beschädigte Batterien bleiben weiterhin relevant. Der Behälter ist ein Baustein innerhalb dieser Sicherheitskette – allerdings ein wichtiger.

Unterschiedliche Anwendungen benötigen unterschiedliche Lösungen

Trotz dieser Eigenschaften ist auch ein Gefahrgutbehälter wie der SECON KMB nicht automatisch die richtige Lösung für jede Form der Batterierücknahme. Je nach Batterieart, Größe, Zustand, Rücknahmemenge und logistischer Struktur können andere Sammel-, Verpackungs- oder Gefahrgutlösungen sinnvoll oder erforderlich sein.

Genau deshalb sollte die Auswahl nicht mit der Frage beginnen:
„Welcher Behälter ist der beste?“

Sondern:
„Welche Anforderungen entstehen innerhalb unserer konkreten Rücknahme- und Logistikkette?“

Erst wenn diese Frage beantwortet ist, lässt sich beurteilen, welches Behältersystem technisch, organisatorisch und wirtschaftlich zum jeweiligen Anwendungsfall passt.

Von der einzelnen Filiale zum standardisierten Rücknahmekonzept

Bei einem einzelnen Standort lässt sich ein Behälterkonzept vergleichsweise individuell organisieren. Für große Handelsunternehmen entsteht jedoch eine weitere Herausforderung. Was passiert, wenn nicht eine, sondern 50, 500 oder mehrere tausend Filialen Batterien zurücknehmen?

Spätestens dann müssen Behälter, Prozesse, Kennzeichnungen, Abholintervalle und Mitarbeiterinformationen möglichst einheitlich gedacht werden. Aus der Auswahl eines geeigneten Behälters wird damit eine wesentlich größere organisatorische Aufgabe:
Wie lässt sich ein sicheres Rücknahmekonzept über ein komplettes Filialnetz standardisieren und skalieren?

Genau damit beschäftigen wir uns im sechsten und abschließenden Fachbeitrag dieser Reihe.

Fazit: Der richtige Behälter beginnt mit dem richtigen Prozess

Die sichere Batterierücknahme lässt sich nicht allein auf die Wahl eines Sammelbehälters reduzieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Rückgabe, Sammlung, Zwischenlagerung, innerbetrieblicher Handhabung, Abholung, Transport und anschließender Verwertung.

Ein gutes Behälterkonzept berücksichtigt deshalb nicht nur technische Eigenschaften, sondern auch den tatsächlichen Alltag innerhalb einer Filiale. Wie einfach lässt sich das System bedienen? Wie viel Platz benötigt es? Welche Batterien werden aufgenommen? Wie erfolgt die Abholung? Sind zusätzliche Umladevorgänge notwendig? Und kann das System in die nachfolgende Gefahrgut- und Recyclinglogistik integriert werden?

Gefahrgutbehälter wie der SECON KMB zeigen, wie mehrere dieser Anforderungen innerhalb eines Systems miteinander verbunden werden können.

Die entscheidende Erkenntnis bleibt jedoch unabhängig vom eingesetzten Behälter:

Sichere Batterierücknahme beginnt nicht beim Behälter allein. Sie beginnt mit einem durchdachten Prozess – und mit einem Behälterkonzept, das zu diesem Prozess passt.

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